Das Büro Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH plant die dauerhafte Aufwertung des Stadtgrabens einschließlich der Flächen entlang des Frauentorgrabens und unterhalb der Burg sowie für das Maxtor, Theresienplatz und Grasersgasse. Hier laufen die Planungsarbeiten auf Hochtouren.
Die Ideen der Planer: Geschwungene Wege führen durch den neu modellierten Stadtgraben, der in den Zwingerbereichen gärtnerisch und in den unten liegenden Teilen landschaftliche gestaltet ist, vorbei an Wasserflächen, kiefernbestandenen Dünenheiden oder Moränenhügel mit Gräsern. Weiß blühende Stauden, die gerne verwildern dürfen, bilden den Kontrast zu kleinen Wäldchen. Herausragendes Projekt für die neue Durchgängigkeit ist das Maxtor: Die übergreifenden Fahrverkehre werden neu geordnet.
Die Grasersgasse als blühende Baumhalle
Einst war die Grasersgasse durch eine mittige Hauszeile geteilt, künftig soll die zentrale Achse entsiegelt und mit einer langgestreckten blühenden Baumhalle mit kleinerkronigen Bäumen und einem wilden Unterwuchs aus Naturstauden bepflanzt werden. Die Baumhalle bietet viel Raum für Aufenthalt und Bespielung von der aktiven Ostseite aus. Ein Einblick in die verlorene historische Bebauung erfolgt über archäologische Fenster im Boden. Die Grasersgasse wird verkehrsberuhigter Bereich, der Zwei-Richtungsverkehr auf einem Fahrbereich auf der Westseite gebündelt.
Der Theresienplatz wird tatsächlich zu einem Platz, einem entsiegelten Gartenplatz. Das Zentrum des Platzes bildet ein baumbestandener Kern aus wassergebundener Decke und einem Gartenfeld aus Stauden und niedrigen Sträuchern. Die Pflanzflächen werden als Verdunstungsflächen genutzt. Im Umfeld des freistehenden Behaim-Denkmals findet eine freie Bestuhlung der Gastronomie Platz. Die von Pfaden durchzogenen Gartenfelder thematisieren Behaims Geschichte als Kosmopolit und Erfinder des ersten Globus durch die Verwendung „migrantischer“ Gartenpflanzen aus aller Welt.
Mehr Sport und Spiel im Stadtgraben
Das Konzept der Landesgartenschau sieht am Frauentorgraben drei Bewegungsinseln vor, die ein freies, informelles Training ermöglichen. Der Grabenweg dient dabei als Laufroute.
Im Frauentorzwinger wird ein Spielplatz für jüngere Kinder ergänzt.
Im Spittlertorgraben wird das bestehende Sportangebot durch ein Beachvolleyballfeld und einen Streetballcourt erweitert. Zudem wird die vorhandene Skateanlage ausgebaut.
Im Vestnertorgraben ist die Anlage eines größeren Kletterspielplatzes vorgesehen.
Auf dem Rathenauplatz sind Flächen für Calisthenics und Tischtennis geplant.

Das Pflanzkonzept
Mit dem Konzept der Oasen mitten im urbanen Umfeld hat Sinai, Gesellschaft für Landschaftsarchitekten mbH, den Wettbewerb zur Landesgartenschau Nürnberg im Bereich des Stadtgrabens gewonnen. In der weiteren Ausarbeitung dieser Leitidee befassen sich die Planerinnen und Planer nun mit vier Oasen: Dem Stadtgraben, den Zwingern, der Grasersgasse und dem Theresienplatz. Wie werden diese grünen Inseln zum Verweilen und Entspannen nun aussehen? Welche Pflanzen sind geeignet, um sich gegen den Klimawandel zu stemmen. Agnes Hofmeister, Pflanzplanerin bei Sinai, hat nun ein erstes Pflanzkonzept entwickelt.
Stadtgraben: Der Graben wird zum landschaftlichen Ring mit sehr unterschiedlichen Lebensräumen. Besucherinnen und Besucher bewegen sich durch offene Wiesenlandschaften mit Feldgehölzen, erleben Heidelandschaften, Steppenvegetation und waldrandartige Bereiche – ein Spaziergang durch wechselnde Landschaftsbilder auf engem Raum.
Zwinger: Hier entsteht ein abwechslungsreiches Muster aus Streuobstwiesen und Gartenfeldern zum gemeinschaftlichen Gärtnern. Alles dreht sich um essbare Pflanzen.
Grasersgasse: Eine Straße wird entsiegelt und in eine dichte Baum- und Strauchhalle verwandelt. Unterschiedlich große Bäume werden natürlich und eng gesetzt, darunter entsteht eine üppige Pflanzung aus Stauden und Farnen. Ein Stück Wald – fast ein kleiner Dschungel – mitten in der Stadt, der spürbar zur Abkühlung des Mikroklimas beitragen kann.
Theresienplatz: Ein kleiner Platz mit großem Potenzial: Durch Entsiegelung, neue klimaresiliente Baumarten wie Zelkove und Blumen-Esche sowie besondere Gräser- und Staudenpflanzungen entsteht eine neue Aufenthaltsqualität mit Licht und Schatten.
