Fünf Fragen an OB Marcus König
17.2.2026

17.2.2026

Was erwarten Sie von der Landesgartenschau?
Marcus König:
Ich erhoffe mir, dass die Landesgartenschau unser Nürnberg schneller einen großen Schritt weiterbringt, hin zu einer zukunftsfähigen, hitzebeständigen Stadt. Wir haben bereits vor geraumer Zeit mit einem Stadtumbau hin zu mehr Grün begonnen. Das reicht von großen Maßnahmen und neuen Grünflächen – wie zum Beispiel dem Züricher Park – über die Erneuerung bestehender Grünflächen bis zu kompakten Pocket Parks und größeren Standorten für Stadtbäume. Das Problem dabei ist nur: Solche Maßnahmen dauern oft viel zu lange. Um genau diesen Prozess des Stadtumbaus zu beschleunigen und zu verstärken, haben wir uns 2022 entschlossen, eine Landesgartenschau 2030 durchzuführen. Aufgrund des besonderen Konzeptes sprechen wir da gerne von einer Urbanen Gartenschau, weil sie mitten im Nürnberger Zentrum „Stadt findet“.
Was sind die Kernpunkte des Konzeptes?
Marcus König:
Ausgangspunkt war die Idee einer Gartenschau, zu der man nicht kilometerweit fahren muss, sondern in die man aus dem ICE oder Regionalexpress geradezu hineinfällt: Der Ring um die Stadtmauer der Altstadt wird als innerstädtisches Grünes Parkband umgestaltet und aufgewertet. Und gleichzeitig werden fußläufig erreichbare Plätze und Straßenräume in der Südstadt, der Altstadt oder Wöhrd entsiegelt, bepflanzt und zu Treffpunkten im Stadtteil. Oder anders: der Parkplatz macht dem Park Platz.
Partizipation spielt in Nürnberg eine besonders große Rolle. Wie sieht das konkret aus?
Marcus König:
Wir haben schon im Bewerbungsprozess 2021 damit begonnen, mit der Öffentlichkeit zusammen Ideen zu diskutieren und zu entwickeln. Mit zahlreichen Spaziergängen und Mobilen Bürgerversammlungen, aber auch digital per Online-Partizipation, Umfragen und Bürgerdialogen. Das ist mittlerweile ein dauerhafter Prozess – aktuell wächst zum Beispiel ein Freundeskreis heran, der viele Menschen umfasst, die durch die Beteiligungsformate angezogen und begeistert wurden. Derzeit werden die Planungen für die Südstadt.Klima.Meile mit der Bürgerschaft zusammen konkreter, und ab dem Frühsommer auch am Keßlerplatz.
Was erhoffen Sie sich langfristig von der urbanen Gartenschau?
Marcus König:
Einen schnelleren und stärkeren Stadtumbau in Richtung mehr Grün für Nürnberg. Für den Temperaturanstieg, aber auch für Starkregen müssen wir uns wappnen: Zum einen müssen wir dafür sorgen, dass die Kaltluftschneisen von Gewässern und Freiflächen in die Stadt frei bleiben. Zum anderen braucht es vor allem in der dicht bebauten Innenstadt mehr Grün und Schatten und eine vorausschauende Wasserspeicherung für den Erhalt von neuen und alten Bäumen. Alles Themen, die die langfristige Lebensqualität einer Stadt prägen. Die Landesgartenschau 2030 wird die Stadt verändern und noch liebens- und lebenswerter machen. Und diese Veränderung läuft bereits auf dem Weg zur Gartenschau.
Und was glauben Sie, bewirkt die Landesgartenschau in der Stadtgesellschaft?
Marcus König:
Ich hoffe, dass die Landesgartenschau Nürnberg mitreißt, die Umweltthemen in den Fokus rückt und die Menschen ins Nachdenken kommen: Was kann mein Beitrag zur Klimaanpassung sein? Wir müssen gemeinsam aus der Bequemlichkeit raus, sonst wird es unbequem! Aber ich denke auch an die Fußball-WM 2006 in Nürnberg oder an den Kirchentag 2024: Die Landesgartenschau wird auch ein gemeinsames Fest, das von Zusammenhalt geprägt ist und mit Selbstbewusstsein unsere Heimatstadt präsentiert. Der Unterschied zur WM und zum Kirchentag: Es bleibt nicht nur ein gutes Gefühl und eine schöne Erinnerung. Es bleiben Parks, Bäume und Wasser. Für die Nürnbergerinnen und Nürnberg.