Viele Wünsche für Südstadt.Klima.Meile.
25.9.2026

25.9.2026

Wo sonst Autos parken, liegt grüner Rasen. Liegestühle laden zum Verweilen ein, Kinder malen bunte Blumen auf den Asphalt. Der Straßenraum gehört den Menschen - das war am Donnerstagnachmittag in der Karl-Bröger-Straße 22 für ein paar Stunden Wirklichkeit. Die Aktion gehörte zur Südstadt.Klima.Meile, einem Projekt der Landesgartenschau Nürnberg 2030. Bei zwei Mitmachterminen im April und Juni 2026 hatten Bewohnerinnen und Bewohner zwischen Willy-Prölß-Platz und Aufseßplatz bereits Ideen und Wünsche eingebracht. Nun ging es darum, diese Vorstellungen am Vorentwurf des Landschaftsplanungsbüros bauchplan München-Wien weiterzuentwickeln. Auf einem Plan konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer markieren, was sie sich für ihr Quartier wünschen: sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Gemeinschafts-Flächen zum Pflanzen und Gärtnern, eine Bühne für Musik und Veranstaltungen oder Orte für Spiel, Sport und Bewegung. „Man muss es ausprobieren, um zu erfahren, was die Leute wollen“, freute sich Oberbürgermeister Marcus König über die rege Teilnahme. Er ist überzeugt, dass Gemeinschaftsaktionen dieser Art das Miteinander im Quartier fördern.
Ein erstes kleines Vorzeigeprojekt für dauerhaft mehr Grün in der Karl-Bröger-Straße 4 gibt es bereits: Auf einem 20 Quadratmeter großen Streifen, der für den Klimariss entsiegelt wurde, wachsen Blumen, um die sich Martina Drempetic vom Projekt „Anders wohnen“ kümmert. Ihr Beispiel soll Schule machen: Menschen übernehmen Verantwortung für ihr Umfeld! Leicht ist es nicht, sagt Drempetic und zeigt den Verantwortlichen, was ihr zu schaffen macht: Zigarettenkippen in der Blumenerde, eine schmutzige Windel, und Autos, die unmittelbar neben dem Beet parken. „Der Fahrer oder die Fahrerin muss in die Erde steigen, um in den Wagen zu kommen“, schildert die engagierte Anwohnerin hre Beobachtungen. Ihre Forderung: Ein Parkverbot in diesem Bereich!
Die Menschen zum Handeln motivieren – das ist die Absicht, die hinter den Mitmachaktionen von bauchplan und dem Team der Landesgartenschau Nürnberg 2030 um die Geschäftsführer Rüdiger Eckhardt und Andreas Wissen steckt. Alle Vorschläge, die bei der neuesten Aktion gemacht wurden, werden in den nächsten Wochen ausgewertet. „Sie fließen in den Entwurf ein, der Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Nächster Schritt ist dann die Genehmigungsplanung. Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, 2029 das Ende des rojektes“, kündigte die Landschaftsarchitektin Marie-Theres Okresek von bauchplan an. Ein wichtiger Punkt in dem Projekt Südstadt.Klima.Meile sei das geringe Budget. „Wir müssen schauen, was wir mit wenig Geld machen können“, sagte Okresek. Deshalb sei es umso wichtiger, möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner zum aktiven Mitmachen über längere Zeit zu gewinnen.
Das Büro bauchplan hatte auch die Wünsche und Vorstellungen aus den zwei vorangegangenen Terminen auf großen Tafeln zusammengefasst, die im Pavillon der Landesgartenschau Nürnberg 2030 ausgestellt waren. Priorität Nummer eins beimHandlungs bedarf hat der Prölß-Platz mit seiner hohen Wärmebelastung, der geringen Verschattung und seiner zentralen Bedeutung als Verbindungsraum. Mehr Grün, mehr Schatten und mehr Aufenthaltsangebote stehen ganz oben auf derTo-do-Liste. Ähnlich sieht es auch bei der Celtisstraße und dem Südstadtpark mit Prio Nummer zwei aus, gefolgt von der Karl-Bröger-Straße. Hier steht der Wunsch nach mehr Raum für Fußgängerinnen und Fußgänger im Vordergrund. Maßnahmen dazu sind die weitere Entsiegelung und Aufwertung des Straßenraums. Und darauf gab die Aktion am Donnerstag einen kleinen Vorgeschmack. „Mir war nicht klar, wie groß ein Parkplatz für zehn Autos ist und was auf dieser Fläche sonst stattfinden kann“, staunte ein Anwohner, als der Asphalt unter 150 Quadratmetern Rollrasen verschwand: „Das reicht ja für einen kleinen Sportplatz!“ Und schon klebte er den entsprechenden Vorschlag auf das Entwurfspapier.
Pressemitteilung